Frankreichs Atlantikküste ist an landschaftlicher und kulinarischer Vielfalt kaum zu überbieten. Ölzeug wie bei einem Sommerurlaub an der Nordseeküste braucht man sicher nicht.
In der Bretagne trifft man auf eben so viele Crêpes-Restaurants wie man in Italien Pizzerien findet. Die Crêpes gehören in Frankreich durchaus zur guten Küche. Während man hierzulande nur die süße Variante der Crepes kennt, auf deutsch auch Pfannenkuchen genannt, kultivieren die Bretonen auch eine salzige Variante, die Galettes. Diese werden deftig mit Schinken, Käse und Pilzen belegt und sind ein Genuss, den man unbedingt probieren sollte.
Nach einer ausgiebigen Wanderung entlang des Schmugglerpfades in Perros-Guirrec an der Côte de Granit rose (Rosa Granitküste) kann man sicherlich auch beide Varianten verdrücken. Zuerst einen herzhaften Crêpe, um wieder zu Kräften zu kommen und um schließlich das Mahl abzurunden noch einen süßen mit einem edlen Likör verfeinert.
Die südliche, wärmere Bretagne rund um Trinité-sur-Mer ist nicht nur die Hochburg der französischen Hochseesegler, sondern auch ein Paradies für Meeresfrüchte-Fans. Da tut ein Verdauungsspaziergang durch Carnacs steinzeitliche Menhir-Felder gut. Nördlich der Loire-Mündung liegt eines der größten Seebäder Frankreichs - La Baule. Für viele Franzosen der Inbegriff der Sommerfrische, dementsprechend voll ist es dort.
Das Wasser des Atlantiks wird hier sehr warm, denn die Sonnentage sind zahlreich. Das nutzen die Paludier von Guérande aus, die Salzbauern, die die Kunst beherrschen, dem Meerwasser das Salz abzuringen. Salz aus Guérande ist eine absolute Delikatesse und wird in vielen Küchen verwendet; wer es einmal bei Tisch verwendet hat, wird nicht mehr darauf verzichten wollen.
Wer am Atlantik Urlaub macht, muss zwei Dinge essen: Moules-Frites und Fleisch von Salzwiesen-Lämmern, sogenannte Présalés-Lämmer. Und nach den Schlemmereien darf man etwas für die Verdauung tun, am besten mit einem Destillat aus einem Provinzstädtchen Cognac. Eine Besichtungstour durch die Austern- und Muschelplantagen bei La Rochelle mit anschließender Degustation ist ein unvergessliches Erlebnis.
Klar, dass man überall an der Küste dem Wassersport frönen kann. Bei Bordeaux hält die Küste noch einen Leckerbissen bereit: die 103 m hohe Düne von Pyla. Ansonsten gibt’s hier Sandstrand so weit das Auge reicht
Autor: Frank Speth - Sam.Frank(äätt)Web.de
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