Montag, 3. September 2007

Schloss Weesenstein bei Dresden

Ist man als Besucher in der sächsischen Landeshauptstadt und nächtigt beispielsweise im Hotel Dresden, gibt es nicht nur in der Stadt allerhand zu beschauen, sondern auch in Dresdens Umgebung. Nebst dem schönen Pillnitz, Schloss Rammenau, dem Barockgarten, ist auch Schloss Weesenstein ein sehenswertes Anwesen. Die Anreise erfolgt auf der B172. Der Ausschilderung nach, kommt man ans Ziel, auch wenn das Schloss etwas versteckt liegt. Noch vor Pirna, nach einer Brücke, geht es rechts weg Richtung „Gut Gamig“ und Schloss Weesenstein. Am Zielort angelangt, gibt es ausgewiesene Parkplätze für einen Euro pro Tag. Ein faszinierter Gast schrieb im Jahre 1801 „Weesenstein liegt nicht so einfach, aber stolzer und überraschender.“ Das Schloss hebt sich vor den Augen des Besuchers majestätisch auf einem Felssporn über dem Müglitztal.

Vor 700 Jahren wurde das Anwesen als mittelalterliche Wehranlage benutzt. Von einer erstmaligen Urkundenerwähung kann man im Jahre 1318 sprechen. Damals wurde von einer zur reichsunmittelbaren Burggrafschaft Dohna gehörendem „Weysinberg, dem huse“ gesprochen. Anschließend wurde das Areal für 350 Jahre zum Wohnsitz der Familie von Bünau. Im 15. und 16. Jahrhundert zählte die Weesensteiner Linie des Geschlechtes zu den einflussreichsten und vermögendsten Adelshäusern in Sachsen. Mit dem Ende des barocken Sachsens, musste sich aber auch diese Familie aus finanziellen Gründen vom Schloss Weesenstein trennen. Die kurz zuvor geadelten Barone von Uckermann hatten das Grundstück in Besitz genommen und kultivierten vor allem die Parklandschaft weiter. Anschließend erwarb 1830 König Anton von Sachsen Weesenstein. Das Schloss wurde „königlich“ und beherbergte vor allem unter König Johann so manchen berühmten Gast.
Nach dem ersten Weltkrieg verkaufte Prinz Johann Georg Schloss und Rittergut an bürgerliche Leute. Von ihnen erwarb der Landesverein Sächsischer Heimatschutz das Schloss und gründete 1934 das seither bestehende Museum. Im zweiten Weltkrieg waren die Burgräume eines der Hauptdepots evakuierter Dresdner Kunstschätze, beispielsweise die „Alten Meister“ oder Kostbarkeiten aus dem Grünen Gewölbe. Nach 1945 vor allem in Trägerschaft der Gemeinde Weesenstein, sind Schloss, Park und Museum heute im Besitz des Freistaates Sachsen.

Nach Besichtigung des Schlosses und einem Rundgang im herrlich liebevoll gestalteten Schlosspark, gibt es die Möglichkeit auf Kaffee und Kuchen im Schlosscafé. Bevor Sie sich als Gast der Pension Dresden wieder auf den Rückweg in die Großstadt machen. Oder Sie hängen eine Erkundung des Barockgartens in Großsedlitz gleich noch an ihre Tagestour hintendran. Denn dieser befindet sich unweit von Schloss Weesenstein.

Autorin: Gabi Schöne - Gabriele-Schoene@gmx.de