Die sognenannten “Hôtels particuliers” gehören zu den herausragendsten kunsthistorischen Kostbarkeiten der französischen Hauptstadt. Insbesondere in den folgenden zwei Viertel trifft man sehr häufig auf sie:
Das Marais
Die Blütezeit der Pariser Stadtpaläste (etwa 1635-1665) ging zeitlich einher mit der Erstarkung der Monarchie, die es dem Adel erforderlich machte seine Residenzen vom Land in das neue Regierungszentrum Paris zu verlegen. Um 1663 zählte Sauval mehr als 2000 Hôtels in Paris, wobei er wohl großzügig die meisten Anlagen mit „porte cochère“ eingerechnet hat. Dennoch kann man für diese Zeit von mindestens 60 bedeutenderen Bauten ausgehen. Schon früh siedelte sich die Aristokratie verständlicherweise im Westen der Stadt an - bedingt durch die Königsresidenz im Louvre und später in
Versailles. Dennoch ist eine der wichtigen Lagen für die Ansiedlung von Adelsresidenzen sicherlich das Marais im Osten der Stadt. Nachdem zeitweise Ludwig II und Heinrich II hier residiert hatten und mit dem Place Royal (heute Place des Vosges) ein reizvolles Ambiente geschaffen worden war, entwickelte sich das Gebiet um die Kirche Saint-Paul im 17. Jahrhundert zum bevorzugten Viertel des Adels.
Faubourg Saint Germain
Ab ca. 1710, zur Zeit Louis XIV, lassen sich die Neubauten der Hôtel Particuliers nicht mehr so sehr im Marais, sondern bevorzugt auf der Ile-Saint-Louis, im Faubourg Saint Honoré und vor allem im Faubourg Saint-Germain finden. Dieses Viertel war durch die einflussreiche Abtei Saint-Germain-des-Prés schon unter den Merowingern von Bedeutung gewesen und zeichnete sich zudem durch seine günstige Lage im Westen der Stadt aus. Eine ökonomische und demographische Expansion lässt nach zwischenzeitlich rückgängiger Bauwut die eleganten Residenzen wieder nur so aus dem Boden
schießen. Vor allem ab 1765 hat der Faubourg Saint-Germain eine Vorrangstellung unter dem Hofadel inne und behauptet sich als Quartier de luxe der Aristokratie, das Architekten wie Boffrand und Lassurance anzieht.
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Autor: Katrin Dubois - khs@khs.fr - www.khs.fr























