Freitag, 30. November 2007

Meine Zeit in Irland

Im Januar letzten Jahres bekam mein Mann die Möglichkeit eine bedeutende Praktikumsstelle in Irland anzunehmen. Zu dem Zeitpunkt waren wir erst ein halbes Jahr verheiratet. Und von dem Moment an, wo er mich mit diesen Neuigkeiten anrief, war ich begeistert. Meine Schwester Ingrid hatte bereits vor vier Jahren auf einer Pferdefarm in Irland gearbeitet. Da wir in einer Familie aufgewachsen waren, direkt neben einem Pferdehof, haben wir schon in jungen Jahren all unsere Freizeit auf den Rücken der Pferde verbracht. Anfang Februar 2006 haben wir die nötigsten Dinge in Koffer gepackt und haben uns in die kleine zwei Zimmerwohnung nach Dublin begeben. Die Unterkunft sowie Nahrungsmittel wurden von dem großen Unternehmen bezahlt.
Gleich am nächsten Morgen ging mein Mann seine Praktikumsstelle in der Innenstadt Dublins an. Ohnehin konnte ich nicht länger schlafen und begann, mich ein wenig in Dublin umzuschauen. Nach etwa einer Stunde fand ich eine Touristeninformation. Mit gebrochenem Englisch fragte ich nach der Möglichkeit, auf einer Pferdefarm zu arbeiten. Die Frau hinter dem Tresen war sehr nett und gab mir eine Adresse für eine Pferdefarm am Rande der Stadt. Mutig setzte ich mich in den Bus und fuhr dorthin. Helena, eine begeisterte deutsche Helferin, nahm mich rührend in Empfang und verkündete mir, dass ich in der kommenden Woche anfangen könne. Sogar einen Schlafplatz im Haus wurde mir angeboten, doch ich entschied mich, die Nächte zu Hause zu verbringen. So musste ich eine längere Hin- und Rückfahrt von der Pferdefarm nach Hause auf mich nehmen, aber meinem Mann zuliebe nahm ich das in Angriff. Ich arbeitete fünf und manchmal sechs Tage in der Woche. Mittwochs hatte ich meistens frei, aber dafür arbeitete ich immer Sonntags. Die Mentalität der Pferde und der Menschen glich der in Deutschland. Mein Englisch verbesserte sich auf und ich lernte wöchentlich ein paar weitere Worte des irischen Slangs. Bald schon fühlte ich mich wie zu Hause. Leider bekam ich durch die Arbeit auf der Pferdefarm nicht viel von der eigentlichen Stadt mit. Meist verbrachte ich mit Holga, meinem Mann, die Samstage in den Einkaufszentren und Parks von Dublin. Besonders aber erinnere ich mich an den Ausflug nach St. Stephen’s Green. Eine sehr schöne öffentliche Parkanlage. Die Grafton Street grenzt gleich daran. Sie ist die bekannteste Einkaufsstraße der Stadt.
Ich werde Irland auf jeden Fall nicht so schnell vergessen und schon bald wieder besuchen. Ein halbes Jahr hat mir nicht ausgereicht um die Schönheit des Landes völlig zu erkunden.