Alle Jahre erwacht im Herbst eine kleine, beschauliche Insel bei Venedig zu hektischem Treiben und erregt die Aufmerksamkeit der Welt, wenn sich Stars und Starletts, Schauspieler und Regiseure zum alljährlichen internationalen Filmfestival, der Biennale, die im Palazzo del Cinema abgehalten wird, treffen. Die internationale Prominenz wohnt standesgemäss im benachbarten, prächtigen Hotel Excelsior, das zu diesem Zeitpunkt von einer Horde Paparazzi umlagert wird.
In der übrigen Zeit ist das nur etwa 5 km oder besser gesagt etwa 5 Bootsminuten vom Markusplatz entfernte Eiland ein beschauliches Domizil der Bürger der Lagunenstadt. Man fühlt sich in das mondäne Seebad der 20er Jahre zurückversetzt. Die Atmosphäre gleicht noch immer der, die von Thomas Mann im “Tod in Venedig” beschriebn wird. Im Hotel De Bains wurde Thomas Mann zu einem seiner bekanntesten Werk angeregt. Wie damals wird der der Strand von prachtvollen Villen und Hotelpalästen im eher orientalisch anmutenden Jugendstil gesäumt und der Lido versprüht den nostalgischen Charme eines noblen Badeortes. Der Besucher entflieht den hektisches Treiben und den Touristenmassen ohne Ende und taucht in eine vergangene Zeit. Die Oberschicht der Lagunenstadt trifft sich alljährlich am 12 km langen Sandstrand, mit unzähligen kleinen, in Reih und Glied aufgestellten Strandhäuschen zur Sommerfrische. Anstelle des touristischen Sprachgewirrs von deutsch, englisch und japansch dringt nur mehr italienisch ans Ohr. Statt drängenden und schwitzenden Menschenmassen findet man Ruhe und Entspannung, ab und zu sieht man Jogger am Strand, es wird Strand-Fussball oder Beachvolley gespielt oder einfach nur in der Meeresbrandung am feinen Sandstrand spaziert. Abends trifft man sich zu einen herrvoragenden Capuccino, nascht an der sicher besten Eischreme der Region oder trinkt ein Gläschen Rotwein oder einen “Spritz”, das ist ein Mixgetränk aus Campari oder einem Bitteraperetiv mit Soda oder, in der noblen Variante mit Frizzante. Das Zentrum der gesellschaftlichen Aktivitäten ist die Hauptstrasse - Viale Santa Maria Elisabetta - die 500 m lange, eher ruhige Strasse mit kleinen Cafes, hervorragenden Restaurants, Gelaterias und noblen Boutiquen.
Ähnliche Reiseberichte
Dalmatien
Rom ist eine Reise wert!
Mallorca – nicht nur Ballermann!
Urlaub in Kroatien























