Samstag, 4. August 2007

Ostuni in Apulien

Ließe man sich dazu inspirieren, ein Bild der südapulischen Stadt Ostuni zu malen, benötigte man eigentlich nur wenige Farben: das Grün für die endlosen jahrhundertealten Olivenhaine, die sich bis zum Meer erstrecken und die Küste flankieren, das Blau in diversen Schattierungen für das azurblaue Meer, das am Horizont wie ein blauer Teppich in den Himmel übergeht. Strahlend weiß sind dagegen die gekalkten Häuser in der maurisch anmutenden Altstadt von Ostuni mit ihren labyrinthartigen Gassen und Stiegen. Stolz und wie eine orientalische „Kasbah“ ragt die Weiße Stadt auf 300 m Anhöhe im Sonnenlicht empor. Individuelle Akzente im Bild setzen purpurrote und lilafarbene Farbtupfer für die üppig gewachsenen Bougainvilleen, die von den Mauern hervorlugen und die Gärten verschönern. Entlang der Felder überall nicht mehr enden wollende muri a secco, die typischen Trockenmauern von Apulien. Die Farbtöne der Steine reichen von weiß, sandfarben, über rötlich-terrakottafarben meliert bis hin zu anthrazit, fast schwarz, wenn sie von der jahrzehntelangen Verwitterung verblassen sind. Am schönsten sind die sandfarbenen, rötlich-braun durchzogenen, die an schön mit Blumen gepflanzte Terrakottavasen erinnern. Es ist ein lieblicher Ton, der Wärme ausstrahlt und den wir mit mediterraner Kultur und Lebensart verbinden.Im Hintergrund des Bildes entdeckt man vereinzelte Trulli, eingetaucht in die grünen Hügel Ostunis, am Fuße der Murge. Sie sind von der Kulturlandschaft Apuliens nicht mehr wegzudenken, die Trulli, archaisch anmutende weiße Rundhäuser, die sich nach obenhin kegelförmig zuspitzen. Die ehemaligen Bauernhäuschen haben hier im idyllischen Itria-Tal (Valle d’Itria) ihre Heimat, ein Gebiet, das sich von Ostuni über Cisternino und Martina Franca bis Locorotondo und schließlich bis nach Alberobello erstreckt. Die maximale Konzentration der Trulli ist genau hier in dem reizvollen, viel besuchten Städtchen Alberobello zu finden, dessen Altstadt heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Wenn die einzigartigen und charakteristischen Trulli an Zwergeshäuschen erinnern mögen, so symbolisieren die apulischen Masserien (ital.: masserie) geradezu veritable Märchenschlösser. Sie sind noble antike Landsitze von wildromantischem Charme inmitten von jahrhundertealten Olivenhainen, die im Besitz der ehemaligen Feudalherren sind (oftmals als Hotels, agriturismi oder als B & B umgebaut). Beeindruckende Familienwappen unter den Portalen der hohen Ringmauern, die an Festungen erinnern, sind Zeitzeugnisse einer reichen Vergangenheit, die Geschichte geschrieben hat.

Der ländliche Charme von Apulien ist geprägt von schattenspendenden Olivenbäumen, wildgewachsenen Kaktusfeigen, roten Tomatenfeldern und Weinbergen, die mit idyllischen Dörfern abwechseln und natürlich von der freundlichen Gastlichkeit seiner Bewohner. Schwer tragende Feigenbäume warten nur darauf, gepflückt zu werden. Duftende Zitronen-, Orangen- und Mandarinenbäume fügen sich harmonisch in das mediterrane, sonnenverwöhnte Paradies ein. Natur pur! Am Wegesrand hier und da rote Mohnfelder, dahinter nahezu versteckt, scheinbar vergessene casedde inmitten von Myrthen-, Thymian- und Kapernsträuchern. Warme Sonnenstrahlen und herrliche Panoramablicke erfreuen das Auge.

Ein Sprung ins nur wenige Kilometer entfernt gelegene Meer ist die ideale Erfrischung an heißen Sommertagen. Alles Mosaikstückchen, die sich zu einem herrlichen Landschaftsbild zusammenfügen, das es zu entdecken gilt.

Oasen der Ruhe … der richtige Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

Antonio Legrottaglie - anfrage@ferienhaeuser-apulien.de