Kajakfahren ist die Ursprungsform des Wildwassersports. Seit Jahrhunderten diente das Kajak für Naturvölker wie die Eskimos und Indianer als wichtiges Fortbewegungs – und Transportfahrzeug. Für diese Menschen war es eine Frage des Überlebens, ein Kajak zu haben und auch damit richtig umgehen zu können. Mit dem Kajak wurde auf Jagd gefahren und auch für kriegerische Auseinandersetzungen wurden diese Boote eingesetzt. Heute hat sich der Verwendungszweck erweitert und verändert. Viele naturbegeisterte Sportler verwenden Kajaks um damit ihre Freizeit verbringen zu können. Das Kajakfahren übt eine besondere Faszination aus. Man gleitet auf einem See oder Fluss durch die Landschaft und erreicht Orte, die zu Fuß oder mit dem Auto kaum erreichbar sind.
Üblicherweise wird mit dem Kajak einzeln gefahren. Es gibt zwar Sonderformen, in denen zu zweit gepaddelt wird, die sind jedoch nicht sehr verbreitet. Im Gegensatz zum Kanu, hat man im Kajak eine sitzende Position und eine Doppelpaddel zu Verfügung. Damit ist es möglich, das Boot schneller als mit einem Stechpaddel durchs Wasser zu bewegen. Ein zusätzlicher, ergonomischer Vorteil besteht darin, das der Bewegungsablauf nicht so einseitig ist als mit einem Stechpaddel. Das Paddel wird abwechselnd links und rechts durch Wasser gezogen und es ergibt sich ein achterförmiger Bewegungsablauf im Schulterbereich.
Die Flüsse in Österreich bieten hervorragende Möglichkeiten zum Kajakfahren. Besonders das alpine Ambiente trägt sehr positiv zum Gesamterlebnis bei. Ein ganz besonderes Highligh unter den österreichischen Wildbächen ist die Salza in der Steiermark. Die Salza entspringt nahe Maria Zell und fließt nördlich des Hochschwab Gebirges Richtung Enns. Zuerst fließt sie als kleiner Bach durch die Rasing Schlucht und die Klaus Schlucht. Diese Strecken sind nur bei viel Wasser im Frühjahr, zur Zeit der Schneeschmelze, oder nach ergiebigen Regenfällen befahrbar. Es sind sehr ursprüngliche Wald- und Schluchtlandschaften. Danach folgt die Presceni Klause – ein Stausee, der noch aus der Zeit der Flößerei stammt und früher dazu diente, ausreichend Wasser für die Holzflöße abzulassen. Nach der Presceni Klause folgt jene Wildwasser Strecke, die das ganze Jahr mit dem Kajak befahren werden kann. Bis zur Ortschaft Wildalpen kann auf leichtem Wildwasser durch schöne Bergwälder gepaddelt werden. Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke auf die Hochschwab Berge. Bei Wildalpen werden die Schwälle häufiger und die Schwierigkeiten steiger sich etwas. Für leicht Fortgeschrittene Paddler ist dieser Abschnitt eine ideale Übungsstrecke mit vielen Kehrwässern und kleinen Wellen. Etwas anspruchsvoller ist der untere Abschnitt der Salza, ab der Einmündung der Lassing. Ab dort nimmt die Wassermenge zu und Wellen und Walzen werden etwas wuchtiger. Die Wildwasser Schwierigkeiten können sich, abhängig vom Wasserstand, bis Wildwasser drei steigern. Bei der Ortschaft Palfau führt die Fahrt durch die 8 Kilometer lange Palfauer Schlucht. Diese Strecke ist das landschaftliche Highlight der Kajak Tour. Die Salza fließt dort durch eine tief eingeschnittene Konglomerat Schlucht. Das sind die geologischen Reste der letzten Eiszeit, Ablagerungen von Kieselsteinen, die durch Lehm, Sand und kalkhaltigen Verbindungsmittel im Laufe der jahrtausende zu einem massiven Gestein gepresst wurden. Durch die ausspülende Kraft des Wassers ist ein Canyon entstanden, wo weit ausladende Felsdächer über den Fluss hinausragen. Nach insgesamt 78 Kilometer mündet die Salza in die Enns, wo die Kajakreise üblicherweise beendet wird.
Kajak Anfänger haben die Möglichkeit, bei einer Kajakschule einen Kurs zu absolvieren. Die Kurse können als eintägiger Schnupperkurs oder auch als Wochenkurs durchgeführt werden. Beim Wochenkurs, der 5 Tage dauert, werden verschiedene Abschnitte auf der Salza befahren. Somit können viele unterschiedliche Flusslandschaften kennengelernt werden. Eine Kajakwoche auf der steirischen Salza bietet einen erlebnisreichen Aktivurlaub. Zusätzlich gibt es rund um das Salzatal zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die zu einem Ausflug einladen.
Autor: Klaus Hausl - klaus@freelife.at
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