Russland hat noch mehr zu bieten als Vodka, Schnee und Kälte
Nicht nur durch die Leningrad Cowboys und ihre verschiedenen Hits zum Thema ist Russland auch hierzulande beinahe jedem ein Begriff. Es ist der flächenmäßig größte Staat der Erde (17.075.400 km² mit ca. 150 Millionen Einwohnern) und es treffen mehrere Dutzend Kulturen aufeinander. Gerade diesem Umstand ist der große Abwechslungsreichtum zu verdanken, der beispielsweise Moskau zu einem beliebten Reiseziel macht. Beeindruckend und sogar vom Flugzeug aus noch von einiger Höhe sichtbar ist auch die imposante Wolga, der längste Fluss des Landes und als Wasserweg wichtiger Wirtschaftsmotor.
Zur politischen Lage in der Föderation gibt es keine einhellige Meinung. Ex-Staatsoberhaupt Boris Nikolajewitsch Jelzin (1931 - 2007) privatisierte in seiner Amtszeit Teile der Wirtschaft und führte demokratische Reformen durch, was jedoch aufgrund der Verfehlung einiger Ziele zum teilweisen Zusammenbruch der Wirtschaft, Inflation und sogar zur politischen Destabilisierung führte. Nach Amtsantritt Wladimir Putins im Jahre 2000 hat sich die Lage wieder deutlich verbessert, sagen einige, andere wiederum behaupten das Gegenteil.
Die Währung ist auch heute immer noch der Rubel (Kürzel RUB), wobei die Umrechnung grob 34 Rubel auf 1 Euro ist. Hierzu ist noch zu bemerken, dass vor einiger Zeit 1.000 alte Rubel (RUR) durch je einen neuen Rubel (RUB) ersetzt wurden.
Die Verschiedenartigkeit der Einwohner in kultureller Hinsicht wirkt sich ebenso auf die Essens-Vielfalt wie auf den vorhandenen Sprachen-Reichtum aus. Der wohlbekannte Borschtsch ist neben den diversen süßen Nachspeisen wie Pfirsich-Warenje oder Buchweizen-Pfannkuchen auch bei den Einheimischen mehr als beliebt. Übrigens wird der Vodka fast ausschließlich zu Mahlzeiten oder wenigstens zu kleinen Imbissen getrunken, was der üblichen Meinung von typisch russischen Trinkgewohnheiten doch sehr widerspricht.
An Unternehmungs-Zielen gibt es einiges, von Kunst und Kultur bis hin zu Natur und Urgewalten, die sich fast hautnah erleben lassen. Hier wäre die Halbinsel Kamtschatka mit über 150 Vulkanen zu nennen, von denen einige noch aktiv sind. Der Berg “Kljutschewskaja Sopka” mit seinen imposanten 4.7 Kilometern Höhe ist hier schon einmal einen Blick wert. Wer seine Unternehmungen nicht so weit ab von den Städten planen will, kann sich aber auch in Moskau dem dortigen großen Park widmen, dem Gorki Park. Er ist “die” Grünfläche in Moskau und befindet sich im Stadt-Zentrum. Ein umfangreiches Unterhaltungsangebot ist auch vorhanden. Der Park musste auch schon für einen gleichnamigen russisch-amerikanischen Thriller Modell stehen, der natürlich auch dort spielt.
Ebenfalls in Stadtnähe bzw. in den Stadtzentren gibt es jede Menge zu bestaunen. Ob man sich einfach die geschichtsträchtige Architektur einiger Bauwerke oder eine der vielen Kunst-Galerien ansehen möchte, hier findet man eigentlich für jeden Geschmack etwas.
An besonderen Sightseeing-Punkten gibt es in Moskau neben dem bekannten Roten Platz mit seinem Kreml (partiell heute immer noch Regierungssitz) noch das imposante Hotel Ukraine, das Lenin-Mausoleum (Nationalheiligtum) und viele Denkmäler, z.B. eines von Nationaldichter Alexander Puschkin.
Im gleichermaßen bekannten St. Petersburg lassen sich viele Kathedralen, Kirchen und Klöster besuchen. Ein Beispiel ist die Seekathedrale von Kronshtadt, die der Sophia-Kathedrale (Konstantinopel) nachempfunden wurde.
Als besonderes Event kann ein “Night Cruise” auf den Flüssen von Sankt Petersburg empfohlen werden. Davor kann man noch die unzähligen Souvenir-Stände mit den artenreichen Matroschka-Puppen unsicher machen. Dabei lässt sich einiges Verrücktes entdecken: Es gibt sogar Gerhard Schröder-Matroschkas, in deren Innerstem (unverständlicherweise) dann Helmut Kohl zum Vorschein kommt.
Autor: Thorsten Schrammer - thorschdn (ät) web.de
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