Samstag, 17. November 2007

Slowenische Adria im Herbst

Im Sommer ist der knapp 50 Kilometer lange Küstenstreifen Sloweniens von hektischem Treiben erfüllt. Von Ankaran an der italienischen Grenze bis zu den Salzfeldern der Saline von Secovlje an der kroatischen Grenze trifft man Sonnenhungrige aus ganz Europa.

Im Herbst und speziell in den Wintermonaten zieht es eine gänzlich andere Spezies an Touristen in diese Gegend, die sich an den venezianisch geprägten Städten Koper, Izola und Piran erfreuen. Genussreisende, nicht nur der 50 plus Generation, zieht es zu ausgedehnten Erkundungsreisen auch ins Hinterland von Portoroz. Die vom Karst geprägte Region lockt mit Köstlichkeiten wie den berühmten Karst-Schinken, Terran und Malvazija (zwei typische Weine der Region), Olivenöl, Knoblauch aus Nova Vas und speziell von Mitte Oktober bis Ende Dezember die weiße istrische Trüffel.

Diese duftenden Knollen werden auch in der Spitzengastronomie meistens zu simplen Gerichten wie Rührei oder hausgemachter Pasta serviert. Janko Franetic und Igor Kavrecic, die Chefs des Restaurants Hisa Torkla in Korte, begeben sich höchstpersönlich auf die Jagd nach dem edlen Pilz. Genau genommen jagen sie den besten Trüffelsuchern hinterher. Ein Trüffelmenü in ihrem Haus ist sicher ein Highlight des kulinarischen Jahresablaufs und nach ausgiebigem Genuss denkt jeder Täter gerne an den Ort dieses Genusses zurück.

Mit Glück bekommt der Genussreisende um diese Jahreszeit auch an die ersten Pressungen des frischen Olivenöls. Mittlerweile bestimmen wieder autochtone Sorten die Olivenhaine, die schon vom Aussterben bedroht waren, aber aufgrund ihrer Resistenz gegenüber vorkommenden Frosteinfällen eine begrüßenswerte Renaissance erfahren.

Die stimmungsvollste der drei Adriastädte ist Piran. Der im Sommer nicht abreißen wollende Touristenstrom, kommt im Herbst und im Winter fast zum Erliegen und nur die 55 plus Kur- und Wellnessgäste aus dem benachbarten Portoroz durchstreifen die engen Gassen der malerischen Fischerstadt, über der imposant die St. Georgs-Kirche thront. Ein Fischmenü in der Osteria Pri Mari bei Tomaz und Mara Mencinger ist die beste Möglichkeit, die Spezialitäten Pirans kennen zu lernen.

Ein Abstecher ins nahe gelegene Triest wäre eine guter Schlusspunkt für die Reise entlang der slowenischen Adriaküste aber zugleich ein guter Start für eine Tour durch das Friaul.

Autor: Gustav Schatzmayr - gustav.schatzmayr@55plus-magazin.net